Karsruhe

Ein Film wiegt 35 kg

Ende November besichtige der RAC Kleve das Tichelpark Cinema. Einst gab es in Kleve zwei Kinobetreiber. Doch die Genehmigung eines weiteren Kinokomplexes führte zur Schließung des Innenstadtkinos. Heutzutage umfasst das Kino acht Säle und ist auf dem neusten Stand der Technik.

Von Ramona de Groot| RAC Kleve

Alle hören gespannt zu, auch Spiderman war dabei – Foto: Mailin Brunen

Im digitalen Filmzeitalter sind hochauflösende Hightech-Projektoren ebenso selbstverständlich wie modernste Ton- und 3-D-Systeme.
Der Manager berichtete aus dem Alltag des Kinobetriebs. „Kinobetreiber sind nur noch bessere Popcornverkäufer“ sagte dieser, was an den immer weiter steigenden Gebühren läge. Bei Walt Disney gehen 55 % der Ticketpreise direkt an den Filmproduzenten. Kinobetreiber sind ungemein auf den Verkauf von Snacks und Getränken angewiesen. Aufgrund dessen gibt es im Kino eine eigene Popcornküche, in der pro Wochenende zwei Säcke à 200 Liter Volumen hergestellt und verkauft werden.
Jeden Mittwoch werden Arthouse Kinofilme gezeigt, die sich eher an ein kulturell-interessiertes Publikum richten. Abseits von Ballerfilmen oder Komödien sind diese Filme künstlerisch anspruchsvoller, aus der Retroperspektive gedreht und oft europäische Produktion. Hier wird der Film als selbständiges Werk in den Mittelpunkt gestellt.
Zum Abschluss konnte der Club noch wahrhaftig museumsreife Projektoren anschauen. Eine Filmrolle mit ca. 90 Minuten Filmmaterial wog damals ca. 35 kg, längere Filme bis zu 50 kg. In der heutigen Zeit bekommen die Kinobetreiber dagegen pro Film eine Festplatte zugesendet, mit passenden Keys, die jede Woche aktualisiert werden, um den Film weiter zeigen zu können.
Anschließend sah der Club natürlich noch einen Film: Phantastische Tierwesen – in Kombination mit reichlich Popcorn und Nachos.